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Donnerstag, 26. Januar, 20 Uhr Als der Hund auf den Mensch kam
Michail Bulgakows satirische Erzählung „Hundeherz“ Klavierstücke von Sergej Prokofjew
Mit Peter Welk und Konzertpianist Prof. Ludger Maxsein
Es war eine unglaubliche Geschichte, die der russische Arzt und Schriftsteller Michail Bulgakow 1925 unter dem Titel „Hundeherz“ verfasst hatte: eine beißende Satire auf den, von der Sowjetunion propagierten, „neuen sowjetischen Menschen“. Da kommt der Alkoholiker und Kleinkriminelle Grigorjewitsch zu Tode, und ein experimentierfreudiger Chirurg implantiert Organe des Toten einem liebenswerten Straßenköter. Na, und was wird aus dem Hund? Im ersten Literaturkonzert 2012 soll es als Fortsetzungs–Schmunzical erzählt werden. Eine Hommage an den Hund als literarisches (und musikalisches) Wesen wird dabei herauskommen. Dazwischen gestreut: Heiteres zum Hund von Eugen Roth, Heinrich Heine ("Der tugendhafte Hund" als musikalische Ballade), Peter Welk („Ich bin ein wirklich schöner Hund. Und Sie?“), eine wunderbar anrührende „Elegie auf einen Mops“ aus dem 18. Jahrhundert und, letztes Beispiel, ein Graffiti–Text in einem Berliner U-Bahnhof, der mit den Zeilen endet: „Hunde, die können sollen, müssen wollen dürfen.“ – Passend zum Hundesatirischen: Musik des russischen Komponisten und Zeitgenossen Bulgakows: Sergej Prokofjew, zu dessen Stilmitteln Humor und Ironie gezählt werden.
Donnerstag, 1. März, 20 Uhr Zwei alte Tanten für Georg Kreisler Im Gedenken an den biestigen Chansonnier und Lyriker († 22. Nov. 2011)
Mit Georg Corman und Peter Welk
Selbstverständlich stehen Georg Kreislers heiß geliebte Verrücktheiten auf dem Programmzettel: die Tango tanzenden alten Tanten, das Mädchen mit den drei blauen Augen, die Wanderniere, das Lied vom Taubenvergiften und das ganz und gar gespenstische Entweder–Oder. Und selbstverständlich wird auch der Moralist Kreisler zu Wort kommen: „Es gibt keine größeren Gegensätze als Politiker und Dichter, und wenn man entdeckt, dass beide Menschen sind, fragt man sich, ob der liebe Gott das weiß.“ Und schließlich gilt es auch noch den Lyriker Georg Kreisler vorzustellen, von dem das Lesepublikum noch immer nicht allzu viel weiß: „Mit dem Rücken gegen die Wand – Kommt man durchs verlorene Land – Manchmal sieht man ein paar Kälber – Bis man merkt: Das ist man selber.“
Donnerstag, 24. Mai, 20 Uhr Party bei den Jacks mit Boogie–Woogie Literarische Entdeckung zum Einstieg in Düsseldorfs Jazz–Rally–Wochenende „Fest und Fegefeuer“ – urteilt die NZZ „Mitreißendes Roman-Fragment über Börsenverlierer“ – schreibt die FAZ
Mit Peter Welk und Boogie-Woogie-Spezialist Stefan Ulbricht
Literatur und Boogie-Woogie – das geht? Das geht! Und wie! „Die Party bei den Jacks“ ist der Titel einer literarischen Entdeckung: ein Roman aus dem Nachlass des großen amerikanischen Erzählers Thomas Wolfe, der mit „Schau heimwärts Engel“ das Kultbuch einer ganzen Generation geschrieben hat. „Ein fabelhaft aktuelles Buch“ schreibt die Kritik zur Wolfe-Entdeckung. „Erstmals auf Deutsch“, heißt es in der Verlagsankündigung, „ein Schlüsselwerk der US-Moderne – so vibrierend, sophisticated und furios wie die späten Roaring Twenties. Thomas Wolfes epochales New-York-Porträt fängt den Rhythmus einer rastlosen Epoche ein, in der der Tanz auf dem Vulkan immer ausgelassenere Formen annimmt.“ Mit immer ausgelassenerer Spielfreude wird Stefan Ulbricht das Roman-Geschehen musikalisch vorantreiben, der szenebekannte Boogie-Woogie-Spezialist aus Siegburg, der mit sämtlichen Boogie-Größen von Knobelsdorff bis Zwingenberger auf der Bühne stand, der den Boogie-Woogie in den Rhythmus von Lokomotiven einzubinden versteht, wie man ihm begeistert nachsagt. Also: Literatur und Boogie-Woogie – das geht? Beim Mai–Literaturkonzert wird es gehen wie noch nie!
Donnerstag, 28. Juni, 20 Uhr Don Quichotte aus dem Spiegel – Uraufführung
Von und mit Peter Welk Kompositionen und Flamenco–Gitarre live: Daniel Sommer Gesang: Natalie Sommer
So fängt die Geschichte an: Es war ein verregneter, wolkengrauer Mittwochmorgen. Ein Mensch war gerade aufgewacht. Er blinzelte zur Zimmerdecke. Atmete. Hörte seinen Atem. Er richtete sich im Bett auf, rollte sich von der Bettkante ab und trottete ins Badezimmer. Als er dort in den Spiegel sah, erkannte er sich nicht. Ein fremdes Gesicht schaute ihn aus dem Spiegel an. Es war das Gesicht von Don Quichotte, kein Zweifel. Der Mensch brauchte darüber nicht nachzudenken, er wusste es auf Anhieb. Und er wunderte sich auch gar nicht. Im Gegenteil. Er nickte seinem Spiegelbild zu und sagte: „Da bist du ja endlich!“ Und mit einem Lächeln fügte er hinzu: „Du bist jetzt der Chef!“ – Nein! Der Mensch schüttelte den Kopf: Wie hörte sich das denn an? War das die Sprache Don Quichottes? Der Mensch versuchte es noch einmal: „Ihr seid jetzt der Herr!“ sagte er zu seinem Spiegelbild. Ein paar Augenblicke später stand Don Quichotte unter der Dusche, und als er schließlich in seiner Küche am Frühstückstisch saß, freute er sich, dass er ein großes Netz voller spanischer Orangen eingekauft hatte. Er fing an zu schälen. Er schloss die Augen. Und er begann damit, die Welt umzubauen. In Gedanken.
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