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Donnerstag, 12. Februar 2009, 20 Uhr Stadtbücherei Düsseldorf, Bertha-von-Suttner-Platz 1 Eintritt frei
Der große deutsche Romantiker Joseph von Eichendorff veröffentlichte 1826 die Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“: sein bekanntestes Werk. Erzählt wird von den Tagträumereien eines Müllerjungen, der, von seinem Vater des Nichtstuns gescholten, in die weite Welt hinauszieht. In einem Schloss findet er Arbeit als Gärtner, wechselt die Anstellung und wird Zolleinnehmer und – was könnte romantischer sein? – verliebt sich in eine sternenweit residierende Gräfin; deren Herz er am Ende der Geschichte aber dennoch zu erobern vermag, weil … Peter Welk liest aus Eichendorffs Tagtraumnovelle. Konzertpianist Prof. Till Engel sorgt mit Robert Schumanns Carnaval, 21 Klavierminiaturen von auftrumpfender Virtuosität, für den atmosphärischen Rahmen.
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Donnerstag, 26. März 2009, 20 Uhr Stadtbücherei Düsseldorf, Bertha-von-Suttner-Platz 1 Eintritt frei
Zum 125. Geburtstag von Claire Waldoff
Originalton: „Wir haben uns immer abgewechselt: Wenn er gesungen hat, stundenlang stand er auf der Bühne, stundenlang, und wenn's mit ihm dann vorbei war den Monat, denn kam Claire Waldoff. Es gab niemanden mehr in dem Genre, wie er war und ich.“ (hören -->) Otto Reutter, der König des Couplets, das war er. Sie, Claire Waldoff, die Berliner Göre aus Gelsenkirchen, der Bubikopf mit der Krächzkrähenstimme, das emanzipierte Krawattenluder – sie konnte alles: Gassenhauer, Schlager, Chanson. „Nach meine Beene iss ja janz Berlin varrückt“ krähte sie. Oder „Raus mitn Männern ausm Reichstag“. Otto Reutter kontrapunktierte mit: „Ick wunder mir über janischt mehr“. Zwei Unvergessliche des musikalischen Kabaretts. In der Fernsehserie „Lindenstraße“ spielt sie eine kölsche Köchin mit Herz, im Kino debütierte sie mit „Manta, der Film“: Schauspielerin Jennifer Steffens. Beim Literaturkonzert präsentiert sie den Emil mit der unanständigen Lust und was sie sonst noch Lustvolles in ihrem Waldoff-Repertoire hat. Den Otto-Reutter-Part übernimmt an diesem Abend Peter Welk. Am Flügel begleitet der Pianist und musikalische Leiter der Düsseldorfer Band „Salsa Picante“: Georg Corman.
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Allroundmusiker Georg Corman
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Donnerstag, 7. Mai 2009, 20 Uhr Stadtbücherei Düsseldorf, Bertha-von-Suttner-Platz 1 Eintritt frei
Hochseillyrik und Jazz zum 1. Todestag von Peter Rühmkorf
„Der Rezitator ist ein Mann der Töne, die er auf Vorrat hält, wie Marinade“ – heißt es in einem Gedicht. Mit den Stilmitteln des Töne dröhnenden Rezitators sind Lyriker nicht zu fassen. Rühmkorf, Gernhardt und Enzensberger schon gar nicht. Die erzählen Geschichten, verrätseln Geschichten, lassen Geschichten verschlungene Wege laufen. Sie haben aber auch die schreckschussplötzliche Deutlichkeit im Programm – dann ist ihnen mit Tönen erst recht nicht beizukommen. Also, wie macht man's? Es gibt Mitschnitte von Lesungen der drei, aber Lyriker tun sich in der Regel schwer mit ihren Geschichten. Also, wie macht man's. Das Literaturkonzert zum 1. Todestag von Peter Rühmkorf gibt Antworten. Und wie es Rühmkorf gerne selbst praktizierte – Lyrik mit Jazz – untermalen die Klezmer-Klarinettistin Irith Gabriely und Klavierpartner Peter Prystaniak an diesem Abend ausgesprochen jazzig das raffiniert Heitere der drei Hochseillyriker.
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Lyriker Peter Rühmkorf 2004 Foto: Wikipedia
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Donnerstag, 25. Juni 2009, 20 Uhr Stadtbücherei Düsseldorf, Bertha-von-Suttner-Platz 1 Eintritt frei
Die Geschichte spielt im Vorzimmer zum Jüngsten Gericht. Münchhausen – einer, den sie erdenwärts Münchhausen genannt haben – tritt auf, sieht sich im Vorzimmer fragend um, erkennt im Publikum Wartende, auf ihren letzten Prozess Wartende, sagt, wer er ist, und dass man ihm auf dem Weg zum Vorzimmer einen Zettel in die Hand gespielt habe: Wohin mit Ihnen – entscheiden Sie selbst! So stehe es auf dem Zettel. Und er erinnere sich deutlich, ehe er den Weg nach oben angetreten habe, sei er unten als Tangosänger gefeiert worden. „Auch der Schönste wird mal Engel, in die Hölle kommt er nicht“ habe er gesungen, und im gleichen Augenblick sei es halt passiert, und jetzt stehe er hier, und nun müsse er, so interpretiere er die Zettelnachricht, selbst entscheiden, wo in der Ewigkeit er seinen Platz einnehmen dürfe: In der Hölle womöglich doch, weil er sich nämlich hemmungslos durchs Leben gelogen habe (was ihm jäh zu Bewusstsein gekommen sei), oder vielleicht doch nicht in der Hölle, weil die ganz kapitalen Lügner möglicherweise schon sämtliche Höllenplätze besetzt halten. Eine furiose Selbstabrechnung in Versen und Prosa mit dazwischen geschobenen neu getexteten Tangoschätzchen aus der Schellackzeit von und mit Autor und Schauspieler Peter Welk.
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